L(i)ebenslust statt Körperfrust

Zu viele Menschen – vor allem Frauen – sind unzufrieden mit ihrem Körper und glauben, sie könnten nur dann großartigen Sex haben, wenn der Bauch flacher, die Brüste größer und der Po straffer wären. Meiner Erfahrung nach ist es genau umgekehrt – je weniger Du Dich darum kümmerst, wie Du AUSSIEHST, und dafür mehr darum, wie Du Dich FÜHLST, umso besser wird auch Dein Liebesleben werden.

Die Perspektive beim AUSSEHEN ist auf das Außen gerichtet – wie wirke ich auf meinen Partner, wie reagiert er auf mich, wie komm ich an? Das FÜHLEN hingegen, ist nach innen, auf Dich selbst gerichtet – was mag ich, was tut mir gut, was genieße ich?

Und ich verspreche Dir: wenn Du wirklich genießen kannst, wenn Du voll in Deine Lust gehen kannst, wenn Du weißt, was Du willst und da total Spaß dabei hast – dann wird das Deinen Partner garantiert fesseln und verrückt machen! Ganz egal, ob Dein Bauch dabei wackelt! Dein Gesicht wird glühen und strahlen, Dein Körper wird beben und pulsieren, und das wird das schönste Aphrodisiakum für Euch beide sein!

Andererseits bedeutet das auch nicht, dass Du Dich total gehen lassen sollst. Wir sitzen ohnehin die meiste Zeit am Computer oder vor dem Fernseher – und wundern uns dann, wenn wir nichts mehr spüren. Nur wenn Dein Körper gut versorgt ist mit frischer, lebendiger Nahrung, mit Sauerstoff, Bewegung, liebevoller Aufmerksamkeit und Berührung, wenn er durchlässig ist durch Atem- und Energieübungen, ist er bereit für Sinnlichkeit bis hin zur Ekstase.

In diesem Artikel gebe ich Dir fünf Ideen mit, die Dich weg vom Körperfrust hin zur Lebens- und Liebeslust bringen (und ganz am Schluss noch einen Hinweis zu einem Workshop)!

1. Spüre Dich möglichst oft in Deinem Körper.

Dein Körper ist Dein Freund. Er ist ein Wunder. Er ist der einzige, den Du hast. Er kann Dir unglaubliche Gefühle und Erfahrungen bescheren. Freu Dich an ihm.

Wir neigen dazu, ganz viel im Kopf zu sein und den ganzen Tag Gedanken hin und her zu wälzen. Schau, dass Du zwischendurch immer wieder in den Körper kommst. Dazu gibt es viele Möglichkeiten. Schüttle Dich bis in Deine letzte Zelle, tanze wild und ausgelassen, lass Deinen Körper sich bewegen, wie es ihm gut tut, atme. All das hilft Dir, Dich wieder als Körper-Wesen wahrzunehmen. Dich von innen heraus zu spüren. Gut in Deinem Körper zuhause zu sein.

Wozu das gut ist? Wenn Du „ganz“ da bist, nicht nur mit dem Kopf, dann wirkst Du viel präsenter und selbstbewusster auf andere Menschen. Dann hast Du eine andere Haltung, gehst aufrecht und mit offenem Blick durch die Welt. Dann spürst Du mehr und nimmst mehr Eindrücke über Deine Sinne wahr. Und sogar wichtige Entscheidungen lassen sich besser treffen, wenn der Bauch mithilft. Manche sagen sogar, „der Bauch“ (die Intuition, die innere Weisheit) haben die Entscheidung schon längst getroffen, während der Kopf noch eine Rechtfertigung dafür sucht… Interessante Sichtweise.

Also: schlüpf immer wieder bewusst in Deinen Körper hinein. Zieh ihn Dir an wie einen Overall. Spür den Boden unter Dir. Verankere Dich in der Gegenwart und in Deinem Leben. Das geht nur über den Körper.

2. Sorge dafür, dass Du regelmäßig achtsame Berührung bekommst

Menschen brauchen Berührung. Ohne Berührung verkümmern wir. Berührung wirkt sich positiv auf die körperliche und psychische Gesundheit aus, auf das Selbstwertgefühl, die Selbstwahrnehmung, auf Freude und Glücksgefühle.

Der erste Schritt ist, Dich selbst liebevoll und achtsam zu berühren. Beim Duschen, beim Eincremen danach, beim An- und Ausziehen. Du kannst Dir auch selbst immer wieder eine liebevolle Umarmung schenken. Nimm Dich einfach selbst in den Arm, halte Dich, schließe die Augen und genieße es.

Dann sorge dafür, dass Du auch mit anderen wohltuende Berührung austauschen kannst. Triff Dich mit einem Freund / einer Freundin zum Kuscheln oder zum Massage-Austausch. Lass Dir professionelle Massagen geben, die den Schwerpunkt mehr auf den Genuss und die Körperwahrnehmung legen als auf das Lösen von Muskelspannungen. Lerne Tango tanzen oder Contact Improvisation. Trau Dich zu einer Kuschelparty oder einem Massage-Seminar.

Wenn Du einen Partner hast, sag ihm oder ihr, wie Du berührt werden möchtest. Einen Partner zu haben ist noch kein Garant für regelmäßige liebevolle Berührung. Und schon gar nicht für die Berührung, die Du Dir wünschst und die Dir gut tut, wenn Du es nicht schaffst, zu sagen was Du willst (oder es vielleicht noch gar nicht richtig weißt).

Meiner Erfahrung nach gibt es Menschen, die gerne streicheln und gestreichelt werden und andere, die lieber halten und gehalten werden (und streicheln eher nervig finden). Manche mögen lieber etwas kräftiger und mit deutlichem Druck berührt werden, andere haben es am liebsten ganz zart und stehen auf Federn und Fingernägel. Schau mal, was Du am liebsten magst. Und wie ist es mit Deinem Partner?

3. Erhalte Dir Deine Neugier und Deine Spielfreude.

Es gibt so viele Möglichkeiten. Da draußen wartet das Abenteuer! Wenn wir jung sind, wollen wir noch so viel wie möglich ausprobieren. Menschen kennen lernen, uns selbst erforschen, unsere Grenzen ausloten. Mit der Zeit schleicht sich die Bequemlichkeit ein, das Gefühl „eh schon alles zu kennen“, und vielleicht auch ein bisschen die Angst, „peinlich“ zu sein, wenn man sich in einem gewissen Alter die jugendliche Neugier noch erhalten hat.

Es ist überhaupt nicht peinlich, lebendig zu sein, und Lebendigkeit nährt sich aus der Offenheit für Neues. Ob es eine Kuschelparty, ein Handarbeitsabend oder ein Slow-Sex-Kurs ist – es gibt so vieles zu entdecken, was Dich jung hält!

4. Sei mutig und komm ab und zu aus Deiner Komfortzone.

Du findest die Verkäuferin aus dem Bio-Laden spannend und würdest sie gerne mal auf einen Kaffee einladen? Dann tu es! Wenn Du es nett formulierst, freut sie sich bestimmt, auch wenn es vielleicht Gründe für sie gibt, die Einladung nicht anzunehmen. Es sind ihre Gründe, und Du kannst Dich auf jeden Fall freuen, Deinen „Mut-Muskel“ mal wieder trainiert zu haben.

Dein Partner möchte neue Dinge im Bett ausprobieren, die Dich verunsichern? Atme erstmal tief durch und spricht mit ihm über seine Wünsche, in allen Details. Dann sag ihm, welche Aspekte Dich durchaus auch ansprechen, und welche (zumindest im Moment) gar nicht gehen. Findet einen guten gemeinsamen Weg. Neues auszuprobieren kann Eure Persönlichkeit und Eure Beziehung enorm bereichern.

5. Steh zu Dir und mute Dich zu

Sei auf Deiner Seite. Du bist in Ordnung so wie Du bist. Mit Deinem Körper mit all seinen Eigenheiten. Mit Deinen Bedürfnissen und Wünschen, so wie sie sind. Mit Deiner Wildheit und Zartheit. Mit Deinem Begehren und Deiner Lust. Mit Deiner Schüchternheit und Vorsicht. Mit Deiner Liebe und Deiner Sexualität!

Viel Spaß beim Entdecken wünscht Dir Deine Bee! Alles LIEBE ❤

 

 

 

Foto: pexels.com, Mahrael Boutros

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