Wie geht „Guter Sex“? – Volker Schmidt fragt, ob wir nicht alle „Untervögelt“ sind…

Menschen, die es schaffen, ein Buch tatsächlich fertig zu schreiben und dann sogar noch zu veröffentlichen, haben ja meine allerhöchste Bewunderung. Ich selbst bin bis jetzt noch nie über die ersten drei Kapitel hinausgekommen. Das aber dafür schon an die zwanzig Mal…

Am Pfingstcamp im ZEGG durfte ich wieder so einen Wunderwuzzi, so einen Ausbund an Hartnäckigkeit und Ausdauer kennenlernen. Volker Schmidt heißt er, und wir haben uns am letzten Tag auf dem Weg zum Parkplatz lange und innig umarmt.

Das ist dort an sich nichts Besonderes, aber er hat mir dabei einen (nach-)denkwürdigen Satz zugeraunt: „Mein größter Stress in der Mann-Frau-Beziehung sind Frauen, die nicht für sich einstehen, und nicht sagen was sie wollen und was nicht. Dann übernehme ich Verantwortung für zwei, und das stresst mich.“

„Spannend,“ dachte ich mir, „das können bestimmt viele Männer unterschreiben. Vielleicht sollte ich mich doch näher mit seinem Buch beschäftigen!“ Dankenswerterweise drückte er es mir bei dieser Gelegenheit auch gleich in die Hand.

„Untervögelt? – Macht zu wenig (guter) Sex uns hässlich, krank und dumm?“

Zugegeben… ich fand den Titel – und vor allem den Untertitel – ziemlich reißerisch und habe mir daher nicht allzu viel erwartet. Aber wie es oft so ist mit geringen Erwartungen – man kann sehr positiv überrascht werden! Und das war ich bei diesem Buch.

„Dieses Buch (…) ist eine Einladung zur gemeinsamen Erschaffung einer neuen, positiven und bejahenden Sexualkultur in unserem Land. Und vielleicht darüber hinaus.“ (S. 13)

Genau. Dafür steht auch MySexySalad seit dem ersten Artikel. Daher fühle ich mich dem Autor in einem gemeinsamen Anliegen verbunden. Was für ein Herzensanliegen es ihm ist, Menschen für mehr Offenheit und Wahrhaftigkeit in der Sexualität zu begeistern, zeigt sich deutlicher mit jedem Kapitel.

Volker Schmidt hat eine beachtliche Anzahl an neuen Studien und wissenschaftlichen Erkenntnissen zusammengetragen – aus dem Tierreich ebenso wie aus der Forschung an unserer eigenen Spezies. Das erste Kapitel ist komplett den geschlechtlichen Kuriositäten aus dem „Garten Eden“ gewidmet und präsentiert sich als kurzweiliger, amüsanter Einstieg ins Thema. Weiter geht es mit überraschenden und überzeugenden Fakten rund um den Wert von gutem Sex für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden.

„Möglicherweise ist Sex bedeutend mehr als ‚die schönste Nebensache der Welt‘. Möglicherweise ist das Nicht-Erleben sexueller Freuden risikomedizinisch ähnlich einzustufen wie der maßverlorene Umgang mit Alkohol oder Nikotin. Möglicherweise ist darüber hinaus zu wenig und zu schlechter Sex nicht selten eine treibende Kraft hinter vielen Formen selbst- und/oder sozialschädigenden Verhaltens.“ (S. 75)

Doch was ist eigentlich „guter Sex“? Die Auseinandersetzung mit dieser Frage bildet das Herzstück des Buches. Der Autor zählt sechs unverzichtbare Zutaten für guten Sex auf, die ich hier nicht vorweg nehmen werde… Nur soviel sei gesagt – sie sind, jede für sich genommen, in der Lage, das sexuelle Erleben deutlich zu intensivieren. Und alle zusammen… Lustgewinn hoch 6! 😉

Am Ende jedes Kapitels zu den sechs Zutaten für „richtig guten Sex“ gibt es eine kleine praxistaugliche Übung. „Übe Dich im Wünschen“ ist nur eine der liebevoll vorgebrachten Aufforderungen, um mehr Lust und Freude in die Partnerschaft zu bringen.

„Ich glaube: Nur die wenigsten Deutschen haben einen Menschen in ihrem Leben („Liebes“-Partner eingeschlossen), mit dem sie offen und frei über ihre Sexualität und ihr Empfinden dabei sprechen können. Ich finde das von Herzen schade.“ (S. 102)

Das Buch von Volker Schmidt ist ein flammendes Plädoyer dafür, der Sexualität – sei es mit sich selbst, mit einem oder mehreren Partnern – ihren Platz zu geben, das Thema ernst und wichtig zu nehmen und es auch gesellschaftlich aufzuwerten.

Es darf noch viel selbstverständlicher werden, über Sexualität (auch über die eigene!) zu sprechen, um die vielen Ängste, Selbstzweifel und Schamgefühle, die immer noch mit diesem Thema verbunden sind, in Lebenslust, Neugier und Genuss zu verwandeln.

„In meinem Augen jedoch deuten all die wissenschaftlichen Fakten, die ich hier zusammengetragen habe, (…) unmissverständlich in die gleiche Richtung: Wir Menschen (Männer wie Frauen) sind dazu gemacht, uns körperlich zu lieben, in Freude, in Wonne, und vor allem: in Fülle!“ (S. 152)

Intensive körperliche Erfahrungen zu machen, den „Kopf abzuschalten“ und ins Spüren zu kommen sind wichtige Faktoren für erfüllende sexuelle Begegnungen.

Sexuelle Vielfalt und Möglichkeiten intellektuell einordnen zu können, sich gedanklich mit dem Erlebten auseinander zu setzen und sich sprachlich mit seinem Liebespartner austauschen zu können, sind weitere wichtige Fähigkeiten im Spiel der Geschlechter.

Für Letzeres ist Volker Schmidts Buch der ideale Begleiter. Und es kann auch der perfekte Einstieg sein, um mit der oder dem Liebsten wieder einmal in ein aufrichtiges, aufschlussreiches, intimes Gespräch einzusteigen.

Lest es und liebt Euch! Besser und öfter!

Diese Empfehlung gibt Euch aus ganzem Herzen

Eure Bee

Hier geht’s zum Buch: https://www.amazon.de/Untervögelt-Macht-wenig-guter-hässlich/dp/3903072788 (gibt’s auch als Hörbuch!)

Und hier gibt’s mehr von Volker Schmidt: http://www.liebe-auf-augenhoehe.de

 

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