Frauen*Tanz*Lust in München

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Zu den Weihnachtsfeiertagen war ich in einer Evangelischen Kirche im Gottesdienst, weil eine Freundin von uns dort gesungen hat. Die Kirchengemeinde gilt als eine der fortschrittlichsten in ganz Deutschland. Die Lieder-Texte sind aber leider immer noch die gleichen wie vor hunderten Jahren. Eine Textzeile hat mich ganz besonders betroffen gemacht. Da heißt es doch tatsächlich: „Er ist aus seines Vaters Schoss geboren.“ Ich kann es gar nicht fassen – sogar die ur-weiblichste aller Qualitäten, nämlich neues Leben zu gebären, wird hier von der „offiziellen Kirche“ den Frauen streitig gemacht.

Seit mehreren Tausend Jahren leben wir in einer körper- und frauenfeindlichen Kultur. Und in vielen Aspekten dauert sie weiter an. Das ist keine (An-)Klage, das ist eine Tatsache. Und ich denke, ein Aspekt den wir als Frauen gerne verdrängen, ist, dass die geringe Wertschätzung unserem eigenen Geschlecht gegenüber auch tief in unseren eigenen Köpfen und Herzen verankert ist.

Stell Dir vor, wir würden uns in jedem Augenblick schön, wertvoll und „richtig“ fühlen, ganz egal, wie alt wir sind, wie wir aussehen, welchen Beruf wir haben und ob wir mit einem Mann zusammen sind oder nicht. Und stell Dir vor, wir könnten die „Göttin“ auch in allen anderen Frauen wohlwollend und wertschätzend erkennen. Was für eine Welt wäre dann wohl möglich?

Wir werden die Kirchen, die „Männerwelt“, das Patriarchat nicht ändern. Aber wir können unsere eigene Wahrnehmung verändern, die Bilder in unseren Köpfen, ja bis hin zu den Informationen in unseren Zellen (dazu lese ich gerade ein sehr spannendes Buch: „Spontane Evolution“ von Bruce Lipton). Wir können uns zusammentun, einander sehen und bestärken und Vertrauen aufbauen. Wir können Räume schaffen, in denen wir uns ausprobieren können, ohne Kritik und Geringschätzung fürchten zu müssen. Räume, in denen wir Selbstsicherheit im Umgang mit unserem Körper und unserem wahren Wesen gewinnen können.

Eine Gelegenheit dazu gibt es im neuen Jahr wieder bei den Frauen*Tanz*Lust Abenden. Die ersten Termine sind am 12. Januar und am 9. März im Ezetthera in München. Ich würde mich sehr freuen, Dich dort (wieder) zu treffen und Deinen ganz spezifischen Ausdruck von Weiblichkeit in unserem Kreis zu erleben!

PS: Solche Räume wünsche ich selbstverständlich auch allen Männern! Sucht Euch Möglichkeiten, Euch mit anderen Männern authentisch auszutauschen – es gibt sie!

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