Entspannung ist weiblich

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„Die wahre Natur des Weiblichen ist ENTSPANNUNG!“

Dieser Satz der bekannten Tantra-Lehrerin Diana Richardson aus ihrem Buch „Zeit für Weiblichkeit“ hat mir in den letzten Tagen ein paar veritable „Wow-Momente“ beschert.

Entspannung – das war für mich immer etwas, das man sich nur nach größten Mühen und Anstrengungen mal für ein Wochenende im Wellness-Hotel gönnen durfte. Entspannung im Alltag bekam schnell den Geruch von schlapper Trägheit. Von hippieskem Laissez-faire in Schlabber-Klamotten.

Aber dass Frauen ihre wahre Bestimmung darin finden könnten, entspannt zu sein? Laut Diana Richardson sind Frauen der passive, aufnehmende, empfangende Part in der Paarbeziehung. Das könnte jetzt einige Feministinnen auf den Plan rufen, aber ich möchte Euch dennoch von meinen Erfahrungen mit Entspannung berichten.

Achtsamkeits-Übung

Die Aufgabe liegt darin, immer wenn man gerade daran denkt, den eigenen Körper innerlich „abzuscannen“ und mögliche Anspannung wahrzunehmen. Ich habe festgestellt, dass meine Schultern fast immer in irgendeine Richtung angespannt sind (nach oben, nach vorne oder hinten). Und dass meine Beckenboden-Muskeln jedesmal bereit sind, ein paar Millimeter weit nachzugeben, sobald ich bewusst daran denke, sie zu entspannen. Das sind nur die größten „Baustellen“ – mit zunehmender Achtsamkeit lassen sich auf einer subtileren Ebene noch viel mehr Muskeln finden, die gerne loslassen wollen.

Natürlich ist ein gewisser Tonus im Körper notwendig, um aufgerichtet und beweglich zu sein. Aber jede Spannung die darüber hinausgeht, kann losgelassen werden.

Was bewirkt nun diese regelmäßige Enspannungsübung? Ich lassen mich in meinen Körper hineinfallen, „hineinschmelzen“, und merke sofort, wie ich ganz von selbst tiefer durchatme. Und dann kommt das Überraschende: es bewirkt PRÄSENZ! Das hätte ich nicht gedacht.

„Sei präsent!“

Mehr Präsenz – das ist das, was sich mein Partner von mir wünscht, seit wir uns kennen (und ich mir, wenn ich ehrlich bin, auch von ihm). Ich habe mich immer gesträubt gegen diese (in meinen Augen) Forderung, weil ich Präsenz als etwas empfunden habe, das ich irgendwie „tun“ muss, das Anstrengung erfordert und Bemühen. Als ob ich auf einer Bühne stehen würde und durch meine Rolle, mein Kostüm und mein Schauspiel zu mehr Präsenz käme.

Dass einfache Entspannung in den Körper hinein zu mehr Präsenz führen könnte, hätte ich nicht erwartet. Ist aber so. Wenn ich all die subtilen kleinen Anspannungen loslasse, dann entsteht immer schneller ein Gefühl von innerer Gelassenheit, Klarheit und Präsenz. Im-Augenblick-Sein. Im-Körper-Sein. Ich-Sein.

Es entsteht eine innerliche Ausdehnung, ein Wohlgefühl, das mir immer öfter ein kleines Lächeln in die Mundwinkel treibt. Die Angst, dass mich die Entspannung den ganzen Tag nur mehr müssig in der Hängematte liegen ließe, ist unbegründet. Aus der Position der Gelassenheit entscheide ich klarer, was wirklich zu tun ist und welche Aktivitäten nur dazu dienen, ein Gefühl von „etwas erledigt haben“ zu generieren.

Und die Männer?

Ob Entspannung auch bei Männern der Schlüssel zu mehr Präsenz ist, weiß ich (noch) nicht. Der männliche Part ist ja laut Richardson der Aktive, Gebende. Wie er seine wahre Natur verwirklicht, steht in „Zeit für Männlichkeit“. Das werde ich meinem Liebsten wohl demnächst aufs Nachttischchen legen…

 

Foto: pexels.com

 

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