Über diesen Blog und seine Schreiberin

Die Idee zu diesem Blog entstand, als ich einen Job an der Uni hatte. Der Professor an unserem Lehrstuhl stand kurz davor, in Rente zu gehen, ein Nachfolger war noch nicht in Sicht, und dementsprechend gab es nur mehr wenig zu tun für sein administratives Team. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter waren alle mit Hochdruck dabei, ihre Dissertationen fertig zu stellen, während wir uns eher freudlos die Zeit vertrieben.

In diesem Umfeld kam mir der Gedanke, dass ich die Zeit doch nützen könnte, um meine eigene „Doktorarbeit“ zu schreiben. Das Thema war schnell gefunden: Sex! Kein anderes Thema hat mich seit meiner frühesten Jugend mehr fasziniert. Auf diesem Gebiet habe ich im Laufe von fast 25 Jahren einen umfangreichen Schatz an Wissen, Erfahrungen und Erkenntnissen gesammelt. Ich habe unzählige Bücher gelesen, Seminare besucht und eine dreijährige Ausbildung zur Sexualberaterin und Sexualpädagogin abgeschlossen.

Ich wusste: nur zu diesem Thema war die Chance groß, dass ich auch wirklich dranbleiben würde. Ich wollte dieses Wissen weitergeben.

Immer noch tabu

Immer wenn ich über den Uni-Campus lief, sah ich die jungen Studenten und fragte mich: „Hat es in ihrem Leben wohl je jemanden gegeben, der persönlich und offen mit ihnen über Sex gesprochen hat? Der ihnen authentisch und warmherzig vermittelt hat, wie wunderbar Sex ist? Der ihnen erklärt hat, das Sex auf vielen Ebenen stattfindet, dass er das Leben unendlich bereichern kann, und dass es sich wirklich lohnt, sich auch auf diesem Gebiet weiterzubilden?“

Ich traue mich auf fast 100 prozentige Wahrscheinlichkeit zu wetten, dass das niemand getan hat. Ich bin mir fast sicher, dass sie sich alle – wie zuvor ich selbst – jahre- oder sogar jahrzehntelang mit mehr oder weniger befriedigenden Experimenten herumschlagen würden müssen, um ihren eigenen Weg in der Sexualität zu finden. Vielleicht würden sie aber auch schon unterwegs frustriert aufgeben und sich mit dem unteren Mittelmaß begnügen.

Sogar ich, die schon sehr früh begeistert und hartnäckig an dem Thema dran war, habe viele Jahre gebraucht, bis ich mich dem Sex entspannt und genussvoll hingeben konnte, bis ich wichtige Zusammenhänge erkannt und meinen Körper gründlich genug kennengelernt hatte, um intensive Lust bis hin zur Ekstase zu erfahren.

Aller scheinbaren Offenheit zum Trotz ist Sexualität immer noch ein Tabu-Thema. Alle reden über Sex, aber niemand über seinen eigenen. Es gibt in unserer Gesellschaft keine Vorbilder für ein erfülltes Sexualleben. Erfahrungen werden nicht weitergegeben. Haben Dir Deine Eltern jemals erzählt, was guten Sex ausmacht? In einem erschreckenden Ausmaß sammeln Jugendliche (und sogar schon Kinder) heutzutage ihre ersten Eindrücke zum Thema Sex auf Porno-Seiten im Internet. Als Gegenbewegung braucht es eine neue Kultur der Sinnlichkeit, die wir auch unseren Kindern vorleben können.

Wenn Sex Thema ist, dann in den meisten Fällen in einem medizinischen oder therapeutischen Zusammenhang. Dann geht es um Störungen, Verletzungen oder sogar Gewalt.

Sexualität als Weg

Ich bin keine Therapeutin. Meine Intention ist es, in erster Linie jene Menschen anzusprechen, die ahnen, dass Sexualität ein Weg sein kann – ein Weg zu sich selbst, ein Weg zu einer tiefen, innigen Verbindung mit dem Partner und letztlich auch ein spiritueller Weg, der über das eigene begrenzte Ich hinausführt.

Ich möchte Menschen erreichen, denen immer mehr klar wird, dass da mehr sein muss als das, was sich üblicherweise in unseren Betten abspielt, mehr als Geilheit, Routine oder Langeweile. Dass in der Sexualität so viel Potential steckt, das grundsätzlich allen Menschen zur Verfügung steht. Es bringt uns nur niemand bei, es zu nützen!

Und ich möchte der Sexualität ihre Unschuld wiedergeben! Die natürliche Freude an der Körperlichkeit, am Spiel miteinander, am Forschen und Entdecken. Es bedrückt mich, zu sehen, wie sehr Sexualität in unserer heutigen Zeit zum Konsumgut geworden ist. Überall präsent, jederzeit verfügbar (zumindest virtuell), ohne Tiefgang und Verantwortung zu konsumieren wie Fast Food. Das führt zwar zu einem kurzen Kick, macht aber auf Dauer nicht satt und schon gar nicht zufrieden.

Der Sexualität ihre Unschuld zurückgeben heißt auch, sie von Spielchen, Dramen, Berechnung, Deals und anderen Auswüchsen innerhalb der Partnerschaft zu befreien, und natürlich auch von Gewalt, Selbstsucht und Missbrauch. Dazu braucht es viel Klarheit und Bewusstheit– über das, was da passiert, über die eigenen Anteile daran, über Grenzen und Grenzüberschreitungen – und den Mut, eindeutig „Ja“ und „Nein“ zu sagen.

In diesem Blog möchte ich meine Erfahrungen und Erkenntnisse teilen und dazu beitragen, ein positives, lebensfrohes und im wahrsten Sinne des Wortes lust-volles Bild von Sexualität in die Welt zu tragen.

Der Beginn meiner Arbeit an diesem Blog fiel auch in die Zeit, als wir gerne noch ein zweites Kind gehabt hätten. Als ich wieder einmal enttäuscht feststellen musste, dass ich nicht schwanger war, reifte in mir ein Gedanke: Ich bin schwanger, aber nicht mit einem Kind, sondern mit einem Projekt!

In diesem Sinne wünscht Euch die frisch entbundene „Dr. Sex“ viel Vergnügen beim Lesen, Ausprobieren und bei heißen, zärtlichen oder verspielten erotischen Stunden!

PS: Als ich bemerkte, wie ernst es mir mit meiner Berufung und diesem Blog ist, habe ich bald meinen Job gekündigt und mich nur mehr dem Schreiben gewidmet!

Foto: Katie Salerno, pexels.com

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Bin gerade erst auf Deinen Blog gestoßen und bin echt gespannt.
    LG Sky

  2. mysexysalad sagt:

    Willkommen! 🙂 Love, Bee

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